Thema: Pferd bricht bei Galopp auf Zirkel weg

vom 15.06.2010 um 19:33 Uhr

Daniela Ermler Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Hallo,
habe einen 13 Jahre alten Haflinger, er hat nie große Probleme gemacht (außer etwas hitzig im Gelände aber das ist ein anderes Ding), habe ihn schon 9 jahre nur seit etwa 2 monaten habe ich sehr große Probleme mit ihm wenn ich draußen auf unserem Platz reite (in der Halle macht er das nicht), bricht er mir auf dem oberen Zirkel wo es zu offenen Seite geht meistens im Galopp hin und wieder auch im Trab aus heiterem Himmel weg. Er springt dann mit einem Satz in den anderen Galopp und reißt rum und gibt richtig gas und rast auf den Zaun zu. Wenn dort offen ist rennt er raus oder stoppt im letzten moment vorm Zaun wenn zu ist. Wenn ich irgendwas mache mit der Gerte ihm eine auf den Allerwertesten gebe oder die Zügel annehme (was ignoriert wird) oder die Beine ran nehme buckelt er aufs übelste..Neuerdings hat er das auch auf dem unteren Zirkel angefangen und bricht mir da weg wo das Tor zum reitplatz ist und bremst kurz vorm Tor. Ich bin total verzweifelt und longiere fast nur noch da ich schon Angst vor ihm habe das er mich über den Zaun schmeist oder wen umrennt.
Mit meiner Reitbeteiligung macht er genau das selbe.
Wenn wir allerdings Hindernisse (Springparcours) aufbauen ist das alles kein Problem mit dem Galoppieren dann hat er nur noch augen für die hindernisse..Das ist nur bei der reinen Dressurarbeit.
Ich wäre froh von euch einen Tipp zu bekommen wie ich dieses Problem aus der Welt schaffen kann da es mir sehr große Kopfzerbrechen bereitet und ich endlich wieder Spaß beim Reiten will.
LG

vom 16.06.2010 um 08:53 Uhr

Sarah Lehmann


Für mich hört sich das in diesem Fall absolut nach einer unangenehmen und zuweilen gefährlichen Unart an!
Gerade Haflinger sind ja oft nicht doof, und wenn ich es recht verstehe rennt er immer in Richtung Ausgang und bleibt vor dem Tor stehen. Er hat also keine Lust mehr und möchte gerne Feierabend machen - nur eben wenn er es will, nicht wenn du es willst. Ich glaube hier wirklich nicht, dass es sich um ein Problem handelt wie "Pferd erschreckt sich" oder ähnliches, sondern einfach um ein recht flegelhaftes Verhalten eines trickreichen Pferdes, auch wenn es immer (um das mal wieder zu betonen) schwer zu entscheiden ist, wenn man so ein Problem aus der Ferne betrachet.
Sollte es so sein wie ich es erahne hilft meiner Meinung nach nur absolute Konsequenz und ein "Machtwort". Wenn du selbst - wie es sich anhört - auch aus Angst evtl. nicht (mehr) in der Lage bist ihn auf dem Zirkel zu halten und ihm konsequent zu zeigen, dass es das runterrennen nicht gibt (und seine darauf folgende Unwilligkeit "aususitzen") hole dir Hilfe von einem erfahreneren / "stärkeren" Reiter, der sich da mal durchsetzt - ich meinen nun nicht, dass Ihr da euer Pferd verprügeln sollt oder so, weiss Gott nicht, aber ich glaube einfach, dass dein Pferdi hier mal deutlich gezeigt bekommen muss, dass es so nicht geht...hört sich an als würde es so langsam richtig gefährlich - und das geht beim besten Willen nicht.
Lg, Sarah

vom 16.06.2010 um 13:37 Uhr

Daniela Ermler Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Ich habe mit einer im Stalll gesprochen die setzt sich da dieses Wochenende mal drauf um die Lage auch besser beurteilen zu können. Ich habe nur Angst das anderen was passiert wenn ich wen Frage. Weil er echt unberechenbar geworden ist..Mit meiner Reitbeteiligung macht er genau das selbe. Erschrecken tut er sich bestimmt nicht das ist reine Frechheit. Nur ich habe Rückenprobleme die durch das Buckeln verschlimmert werden von daher versuche ich dem aus dem weg zu gehen was aber keine Dauerlösung ist ich möchte das er wieder vollkommen "normal" läuft..Beim longieren haben wir auch einen Konflikt er läuft immer nur auf einer Hand gerne und wenn ich ihn auf die andere Drehe dann macht er das erst mal und nach einer Weile dreht er sich einfach um und geht in die andere Richtung weiter wenn ich dann auf ihn zu gehe um ihn wieder umzudrehen stellt er sich immer mit der Brust zu mir und dreht sich immer mit wenn ich dann mit Longe wedel oder gar die Longierpeitsche als Armverlängerung in die Hand nehme steigt er mich an..ich habe ihn mittlerweile 9 Jahre und nie ernsthafte Probleme mit ihm gehabt aber seit etwa einem halben Jahr ist alles anders. Ich bin echt am Verzweifeln..

vom 16.06.2010 um 14:10 Uhr

Daniela D. Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Hallo Daniela,

ein körperliches Problem scheint zwar nicht vorzuliegen, aber vielleicht solltest Du - nur der Vollständigkeit halber Deinen Hafi mal vom TA/Osteopathen/Chiropraktiker durchchecken lassen.

Ob ich Dir hilfreiche Tipps geben kann, weiß ich nicht, aber mein Wallach verhielt sich beim Anlongieren ähnlich wie Du es beschreibst: an der offenen Seite abhauen (egal welche Hand und vornehmlich im Galopp), rumdrehen und Hand wechseln. Einmal ist er gegen mich gestiegen.

Mein Wallach hat einen Hang zur Dominanz. Er ist weder böse noch frech. Er "sagt" nur klipp und klar: So nicht! Und bei seinem entsprechendem Selbstbewußtsein unterwirft er sich nicht, sondern geht. Ich habe ihn "gekriegt", indem ich abwechslungsreicher mit ihm gearbeitet habe; alles was öfters wiederholt wird als 3x wird langweilig, also tue ich es nicht, sondern verlange was anderes und komme dann wieder auf das ursprüngliche "Thema" zurück. Außerdem habe ich ihn beim Longieren näher an mich rangeholt (auf 2-3 m), da hatte ich bessere und schnellere Kontrolle.
Als er mich anstieg (ich habe ihn seit seiner Geburt und weiß, daß er nicht aggressiv gg. mich war) machte ich mir schwer Gedanken und mir fiel auf, daß ich zuviel Druck auf ihn ausgeübt habe, sowohl körperlich (wenn ich beim Longieren frontal zu ihm stehe, ist es bereits zuviel Druck) als auch geistig (ich war selbst immer so angespannt, weil es klappen mußte und habe dadurch mich und somit auch ihn unter Druck gesetzt).
Also habe ich mich selbst zurückgenommen und eine Longierposition eingenommen, die ihm viel angenehmer war. Innerhalb kürzester Zeit waren die Probleme wie weggeblasen und wir machten mehr Fortschritte als ich es in so einer Zeitspanne für möglich hielt.
Im Sattel verhielt ich mich dann genauso: keine übermäßigen Wiederholungen und viel Abwechslung. Ich hatte nie wieder solche oder ähnliche Probleme mit ihm.
Sogar jetzt, nach gut 2jähriger Pause wg. Schwangerschaft und Kind, haben wir keine "Ich will nicht"-Diskussion gehabt.

Liebe Grüße und viel Erfolg,

Daniela D.

vom 16.06.2010 um 15:08 Uhr

Daniela Ermler Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Das klingt alles gut, nur was du beschreibst mit kleineren Kreisen beim Longieren mache ich auch schon, dann klappt es. Nur sobald er merkt er kann wieder was ausprobieren weil ich ja so "weit" weg bin, geht der Mist von vorne Los.Das ansteigen macht er mehrfach wenn ich ihn an der Trense greifen will, um ihn wieder hinzuführen wo ich ihn hinhaben möchte, nachdem er mal wieder sich weggedreht hat. Sobald ich an seine Seite will dreht er sich immer so das er frontal zu mir steht, ich habe gar keine chance mich anders zu ihm zu stellen. Grade beim Reiten habe ich alles versucht, mit Druck, ohne Druck, leichter Sitz, längere Zügel, alles und immer wieder kam das gleiche..Ich verusche schon das Longieren mit Dualaktivierung interessannter zu gestalten und das reiten mit viel Bahnfiguren zu spicken, aber selbst nach einer halben stunde reiten in schritt und trab wo alles okay war, wenn man dann versucht einmal auf dem zirkel zu galoppieren (allerdings zu 97% auf dem oberen Reitplatz zirkel) bricht er aus.
LG Dani

Bearbeitet von Daniela Ermler, vor 3 Monat(en)

vom 16.06.2010 um 15:12 Uhr

Daniela Ermler Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Hier mal ein bild von mir und ihm.

vom 20.06.2010 um 21:49 Uhr

Daniela D. Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Tja, da bin ich dann auch überfragt.
Ich persönlich würde vorerst aufs Reiten verzichten und Euer Problem am Boden abklären, doch da Du eine RB hast, die vermutlich reiten möchte, ist das natürlich schwierig.
Wie lange longierst Du denn in den kleinen Abständen? Ich habe das über mehrere Wochen gemacht und immer mal 1m verlängert, wenn ich dachte: jetzt klappts und wieder zurückgenommen, wenn ich gesehen habe, daß wir beide noch nicht soweit waren.
Wichtig ist, wenn Du siehst, das etwas klappt, solltest Du nicht sofort wieder alles wollen. Immer nur kleine Schrittchen machen und nicht scheuen, wieder zwei Schritte zurückzugehen, wenn es sein muß.

Viel Erfolg wünscht Daniela D.

vom 21.06.2010 um 20:54 Uhr

Daniela Ermler Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Dieses Wochenende bin ich ihn Freitag und Sonntag geritten und es war SUPER!! Als wenn nie etwas gewesen wäre. Ich hoffe das bleibt so..
Danke für eure Ratschläge und was das Longieren angeht bleib ich dran. Das muss schließlich auch klappen:)
LG Dani

vom 29.07.2010 um 12:35 Uhr

Sonja Pusch Dieser User ist Persönliches Mitglied in der FN und genießt zahlreiche Vorteile


Hallo Daniela !
Und, wie macht sich dein Hafi ?